
Die Krawatte gehört zu den klassischen Accessoires der Herrenmode. Bei Hochzeiten, Bewerbungsgesprächen, geschäftlichen Terminen oder festlichen Veranstaltungen kann eine passend gewählte und richtig gebundene Krawatte einem Outfit einen eleganten Abschluss verleihen.
Doch welcher Krawattenknoten passt zu welchem Hemd? Wie lang sollte eine Krawatte sein? Und wie bindet man einen einfachen Krawattenknoten?
Neben bekannten Varianten wie dem Windsor-Knoten gibt es mit dem Four-in-Hand, Half Windsor oder Pratt-Knoten verschiedene Möglichkeiten, eine Krawatte zu binden. Welcher Knoten am besten aussieht, hängt unter anderem von Kragenform, Krawatte, Körpergröße und gewünschtem Stil ab.
Was ist eine Krawatte?
Eine Krawatte ist ein längliches Stück Stoff, das um den Hals getragen und unterhalb des Hemdkragens zu einem Knoten gebunden wird.
Krawatten werden aus unterschiedlichen Materialien hergestellt. Dazu gehören beispielsweise:
- Seide
- Wolle
- Baumwolle
- Leinen
- Polyester und andere Kunstfasern
- Mischgewebe
Material, Farbe, Muster und Oberflächenstruktur beeinflussen, wie elegant oder leger eine Krawatte wirkt.
Eine glatte Seidenkrawatte eignet sich beispielsweise gut für einen klassischen Anzug, während Strickkrawatten oder gröbere Materialien ein Outfit etwas lockerer wirken lassen können.
Wie lang sollte eine Krawatte sein?

Eine der wichtigsten Regeln betrifft die richtige Krawattenlänge.
Nach dem Binden sollte die Spitze des breiten Endes ungefähr bis zum Hosenbund beziehungsweise zur Gürtelschnalle reichen.
Eine deutlich oberhalb des Gürtels endende Krawatte wirkt häufig zu kurz. Hängt sie weit über den Gürtel hinaus, ist sie zu lang.
Wie viel Stoff vor dem Binden auf beiden Seiten benötigt wird, hängt vom verwendeten Knoten, der Körpergröße und der Länge der Krawatte ab.
Welche Krawattenknoten gibt es?
Es existieren zahlreiche Möglichkeiten, eine Krawatte zu binden. Für den Alltag reichen jedoch wenige klassische Knoten vollkommen aus.
Zu den bekanntesten gehören:
- Four-in-Hand: einfach, schmal und leicht asymmetrisch
- Half Windsor: mittelgroßer, relativ symmetrischer Knoten
- Windsor: großer und markanter Krawattenknoten
- Pratt-Knoten: kompakter und vergleichsweise symmetrischer Knoten
Welcher Knoten geeignet ist, hängt insbesondere von der Breite und Dicke der Krawatte sowie vom Hemdkragen ab.
Four-in-Hand: Einfacher Krawattenknoten für Anfänger
Der Four-in-Hand-Knoten gehört zu den einfachsten und beliebtesten Krawattenknoten.
Er ist vergleichsweise schmal und leicht asymmetrisch. Dadurch eignet er sich gut für viele alltägliche Kombinationen und ist besonders für Anfänger leicht zu erlernen.
Four-in-Hand-Krawattenknoten binden
- Die Krawatte um den Hals legen. Das breite Ende sollte deutlich länger herunterhängen als das schmale Ende.
- Das breite Ende über das schmale Ende führen.
- Das breite Ende hinter dem schmalen Ende entlangführen.
- Anschließend das breite Ende wieder nach vorne über das schmale Ende legen. Dadurch entsteht vorne eine Schlaufe.
- Das breite Ende von unten durch die Schlaufe am Hals führen.
- Das breite Ende anschließend von oben durch die vorne entstandene Knotenschlaufe ziehen.
- Den Knoten vorsichtig festziehen und nach oben zum Hemdkragen schieben.
- Zum Schluss überprüfen, ob die Krawattenspitze ungefähr am Hosenbund beziehungsweise an der Gürtelschnalle endet.
Der Four-in-Hand muss nicht vollkommen symmetrisch aussehen. Seine leichte Asymmetrie gehört zum charakteristischen Erscheinungsbild des Knotens.
Windsor-Knoten: Der große Klassiker
Der Windsor-Knoten, häufig auch als Full Windsor bezeichnet, ergibt einen relativ großen und symmetrischen Knoten.
Er wirkt formeller als ein schmaler Four-in-Hand und benötigt aufgrund der zusätzlichen Wicklungen mehr Krawattenlänge.
Der Windsor eignet sich besonders in Kombination mit Hemdkragen, die ausreichend Platz für einen größeren Knoten bieten.
Bei sehr dicken Krawatten kann der Knoten allerdings schnell zu voluminös wirken.
Windsor-Knoten binden
- Die Krawatte um den Hals legen und das breite Ende deutlich länger als das schmale Ende positionieren.
- Das breite Ende über das schmale Ende kreuzen.
- Das breite Ende von unten durch die Halsschlaufe führen und wieder nach unten legen.
- Das breite Ende hinter dem Knoten auf die andere Seite führen.
- Von dort erneut durch die Halsschlaufe führen, sodass beide Seiten des Knotens aufgebaut werden.
- Das breite Ende anschließend vorne quer über den Knoten legen.
- Von unten durch die Halsschlaufe führen.
- Das breite Ende durch die vorne entstandene Schlaufe ziehen.
- Knoten vorsichtig festziehen und mittig unter dem Kragen ausrichten.
Half Windsor: Der vielseitige Mittelweg
Der Half Windsor beziehungsweise halbe Windsor ist weniger voluminös als der vollständige Windsor.
Er ergibt einen relativ symmetrischen Knoten und lässt sich mit zahlreichen Hemdkragen kombinieren.
Für Männer, denen der Windsor zu groß und der Four-in-Hand zu schmal erscheint, ist der Half Windsor deshalb eine interessante Alternative.
Welcher Krawattenknoten passt zu welchem Kragen?
Krawattenknoten und Hemdkragen sollten optisch zueinander passen.
Als grobe Orientierung gilt:
| Hemdkragen | Geeignete Krawattenknoten |
|---|---|
| Kentkragen | Four-in-Hand, Half Windsor |
| Haifischkragen | Half Windsor, Windsor |
| Button-down-Kragen | eher kleinere Knoten wie Four-in-Hand |
| Weit gespreizter Kragen | Half Windsor oder Windsor |
Diese Zuordnung ist keine zwingende Vorschrift. Auch Dicke und Breite der Krawatte sowie die Proportionen des Trägers beeinflussen das Ergebnis.
Der richtige Krawattenknoten für die Hochzeit
Bei einer Hochzeit hängt die Wahl von der Kleiderordnung und der Rolle des Trägers ab.
Zu einem klassischen Anzug passen beispielsweise Half Windsor und Four-in-Hand. Ein Windsor kann mit einem weit geöffneten Kragen einen besonders markanten und formellen Eindruck erzeugen.
Noch wichtiger als ein komplizierter Knoten ist allerdings ein gepflegtes Gesamtbild.
Krawatte, Hemd, Anzug, Schuhe und gegebenenfalls Einstecktuch sollten miteinander harmonieren.
Welche Krawatte zum Anzug?
Eine Krawatte sollte nicht isoliert betrachtet werden. Sie verbindet optisch Hemd und Anzug miteinander.
Einige klassische Kombinationen sind beispielsweise:
- Dunkelblauer Anzug: vielseitig mit Bordeauxrot, Dunkelblau, Grau oder dezenten Mustern kombinierbar
- Grauer Anzug: harmoniert mit vielen Blau-, Rot- und gedeckten Farbtönen
- Schwarzer Anzug: besonders für formelle Anlässe mit zurückhaltenden Krawatten kombinierbar
- Weißes Hemd: bietet besonders viele Möglichkeiten bei der Wahl der Krawattenfarbe
- Hellblaues Hemd: lässt sich beispielsweise gut mit dunkelblauen oder bordeauxfarbenen Krawatten kombinieren
Bei gemusterten Hemden und Krawatten sollte darauf geachtet werden, dass das Gesamtbild nicht zu unruhig wird.
Wie breit sollte eine Krawatte sein?
Auch die Breite beeinflusst die Wirkung einer Krawatte.
Sehr schmale Krawatten wirken häufig moderner und legerer, während breitere Modelle klassischer erscheinen können.
Eine hilfreiche optische Orientierung ist die Breite des Revers am Sakko: Ein breiteres Revers harmoniert häufig mit einer etwas breiteren Krawatte, ein schmales Revers eher mit einer schmaleren Variante.
Entscheidend sind letztlich die Proportionen des gesamten Outfits.
Was ist der Dimple bei einer Krawatte?
Als Dimple bezeichnet man die kleine Vertiefung im Stoff unmittelbar unterhalb des Krawattenknotens.
Sie entsteht, indem der Stoff beim Festziehen des Knotens leicht zusammengedrückt beziehungsweise geformt wird.
Ein sauber ausgeprägter Dimple kann einer Seidenkrawatte mehr Struktur verleihen und wird bei klassischen Outfits häufig bewusst eingesetzt.
Er ist jedoch keine Pflicht.
Krawatte richtig binden: Häufige Fehler
Auch mit dem richtigen Knoten kann eine Krawatte unpassend wirken.
Zu den häufigsten Fehlern gehören:
- Krawatte zu kurz: Die Spitze endet deutlich oberhalb des Hosenbundes.
- Krawatte zu lang: Das breite Ende hängt weit über den Gürtel hinaus.
- Unpassender Knoten: Ein sehr großer Knoten wird mit einem engen Kragen kombiniert.
- Lockerer Knoten: Zwischen Hemdkragen und Krawattenknoten entsteht eine auffällige Lücke.
- Schief sitzender Knoten: Der Knoten sitzt nicht ordentlich unterhalb des Kragens.
- Schmales Ende sichtbar: Das schmale Ende ragt seitlich unter dem breiten Teil hervor.
Nach dem Binden lohnt sich deshalb ein kurzer Blick in den Spiegel.
Wie bewahrt man Krawatten richtig auf?
Nach dem Tragen sollte der Krawattenknoten wieder vollständig geöffnet werden.
Eine Krawatte dauerhaft mit gebundenem Knoten aufzubewahren, kann Falten und Verformungen begünstigen.
Krawatten können beispielsweise:
- locker aufgerollt,
- flach in einer Schublade oder
- auf einem geeigneten Krawattenhalter aufgehängt
werden.
Besonders bei hochwertigen Seidenkrawatten sollte man vermeiden, den Stoff unnötig zu quetschen.
Wie entfernt man Falten aus einer Krawatte?
Viele leichte Falten verschwinden, wenn die Krawatte nach dem Tragen einige Zeit hängt.
Beim Bügeln ist Vorsicht erforderlich. Zu hohe Temperaturen können empfindliche Materialien beschädigen oder einen unerwünschten Glanz erzeugen.
Deshalb sollte immer das Pflegeetikett beachtet werden.
Bei hochwertigen Seidenkrawatten kann eine professionelle Reinigung sinnvoller sein als ein riskanter eigener Reinigungsversuch.
Krawatte oder Fliege?
Ob Krawatte oder Fliege besser passt, hängt vom Anlass und der Kleidung ab.
Die Krawatte ist besonders vielseitig und kann sowohl im Geschäftsleben als auch bei Hochzeiten und anderen festlichen Veranstaltungen getragen werden.
Eine Fliege wirkt auffälliger und gehört bei bestimmten sehr formellen Dresscodes sogar zwingend zum entsprechenden Outfit.
Bei weniger streng vorgegebenen Veranstaltungen entscheidet dagegen häufig der persönliche Stil.
Häufige Fragen zu Krawatten und Krawattenknoten
Welcher Krawattenknoten ist für Anfänger am einfachsten?
Der Four-in-Hand gehört zu den einfachsten Krawattenknoten. Er benötigt vergleichsweise wenige Schritte und eignet sich deshalb gut zum Erlernen des Krawattenbindens.
Welcher ist der bekannteste Krawattenknoten?
Zu den bekanntesten Varianten gehören der Four-in-Hand und der Windsor-Knoten. Der Windsor zeichnet sich insbesondere durch seine relativ große und symmetrische Form aus.
Wie lang muss eine Krawatte sein?
Nach dem Binden sollte die Spitze des breiten Endes ungefähr bis zum Hosenbund beziehungsweise zur Gürtelschnalle reichen.
Welcher Krawattenknoten eignet sich für eine Hochzeit?
Four-in-Hand, Half Windsor und Windsor können je nach Hemdkragen und gewünschter Wirkung geeignet sein. Der Knoten sollte vor allem zu den Proportionen von Krawatte, Kragen und Anzug passen.
Welcher Knoten passt zum Haifischkragen?
Durch den weit gespreizten Kragen ist ausreichend Platz für einen größeren Knoten vorhanden. Half Windsor oder Windsor sind deshalb klassische Möglichkeiten.
Muss eine Krawatte einen Dimple haben?
Nein. Die kleine Vertiefung unter dem Knoten ist ein stilistisches Detail und keine zwingende Regel. Bei klassischen Seidenkrawatten kann ein Dimple jedoch elegant wirken.
Sollte man eine Krawatte nach dem Tragen aufmachen?
Ja. Der Knoten sollte nach dem Tragen vollständig gelöst werden. Das schont den Stoff und verhindert, dass der Knoten dauerhaft Falten hinterlässt.
Fazit: Der passende Krawattenknoten macht den Unterschied
Eine gut gewählte Krawatte kann einen Anzug deutlich aufwerten. Dabei muss der Knoten keineswegs kompliziert sein.
Für Einsteiger ist der Four-in-Hand eine besonders einfache Wahl. Wer einen symmetrischeren und etwas größeren Knoten bevorzugt, kann den Half Windsor wählen. Der Full Windsor eignet sich vor allem dann, wenn ein größerer, markanter Knoten gewünscht wird und der Hemdkragen genügend Platz bietet.
Am Ende sind drei Dinge besonders wichtig: Der Knoten sollte sauber sitzen, zur Kragenform passen und die Krawatte sollte ungefähr am Hosenbund beziehungsweise an der Gürtelschnalle enden.
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