Der doppelte Windsor, auch großer Windsor oder Full Windsor genannt, ergibt einen breiten, annähernd symmetrischen Dreiecksknoten. Er eignet sich besonders, wenn zwischen den Kragenspitzen genug Platz für einen kräftigen Knoten bleibt. Mit der folgenden Anleitung bindest du ihn Schritt für Schritt und kannst typische Probleme mit Länge, Form und Stoffdicke gezielt korrigieren.
Wichtig vor dem Start: Alle Richtungsangaben beziehen sich auf deine eigene linke und rechte Seite beim Tragen. Verlasse dich vor dem Spiegel auf diese Angaben, statt links und rechts aus dem Spiegelbild abzulesen.
Doppelten Windsor binden: die Vorbereitung

Stelle den Hemdkragen hoch und schließe den obersten Knopf. Lege die Krawatte mit der Naht zum Körper um den Hals. Das breite Ende hängt auf deiner rechten Seite, das schmale auf deiner linken. Lasse das breite Ende deutlich länger herunterhängen, denn es wird beim Binden mehrfach umgeschlagen.
Die richtige Ausgangslänge hängt von deiner Körpergröße, der Krawattenlänge und der Stoffdicke ab. Eine feste Zentimeterangabe passt deshalb nicht für jeden. Nutze den ersten Versuch als Längenprobe und verändere die Ausgangslage anschließend gezielt.
In der Anleitung bedeutet Halsschlinge die Krawattenschlaufe um deinen Hals. Die vordere Schlaufe entsteht erst später unmittelbar auf der Vorderseite des Knotens. Diese beiden Öffnungen solltest du beim Durchstecken auseinanderhalten.
Die Anleitung in acht Schritten
- Vorn kreuzen: Lege das breite Ende von deiner rechten Seite über das schmale Ende nach links. Halte die Kreuzungsstelle locker fest.
- Die erste Seite wickeln: Führe das breite Ende von unten hinter der Kreuzungsstelle durch die Halsschlinge nach oben. Lege es anschließend vorn nach links herunter.
- Hinter dem Knoten wechseln: Ziehe das breite Ende hinter dem schmalen Ende von links nach rechts. Es hängt jetzt auf deiner rechten Seite.
- Die zweite Seite wickeln: Hebe das breite Ende rechts vor dem Knoten nach oben zur Halsschlinge. Führe es von oben durch die Halsschlinge und lasse es auf deiner rechten Seite wieder nach unten hängen. Nun sind die beiden seitlichen Wicklungen angelegt.
- Das vordere Band bilden: Lege das breite Ende auf der Vorderseite waagerecht von rechts nach links über den Knoten. Halte mit einem Finger etwas Platz unter diesem Band frei: Das ist die spätere vordere Schlaufe.
- Noch einmal nach oben führen: Führe das breite Ende von unten hinter dem Knoten durch die Halsschlinge nach oben.
- Durch die Vorderseite stecken: Ziehe das breite Ende von oben durch die in Schritt fünf freigehaltene vordere Schlaufe. Es läuft jetzt mittig an der Vorderseite nach unten.
- Formen und hochschieben: Ziehe vorsichtig am breiten Ende, während du den Knoten zusammenhältst. Halte danach das schmale Ende fest und schiebe den Knoten zum Kragen hoch. Richte beide Seiten gleichmäßig aus und lege den Kragen herunter.
Kontrolle nach dem Binden: Die Vorderseite liegt glatt, der Knoten sitzt mittig und der Kragen wird nicht auseinandergedrückt. Die breite Spitze sollte ungefähr den Hosenbund beziehungsweise den Bereich der Gürtelschnalle erreichen. Das schmale Ende bleibt für einen klassischen Look dahinter verborgen.
Welcher Kragen und welche Krawatte passen dazu?
Ein gespreizter Kragen bietet dem doppelten Windsor meist mehr Raum als ein enger, spitzer Kragen. Entscheidend ist die tatsächliche Kombination: Der fertige Knoten soll die Öffnung stimmig ausfüllen, ohne die Kragenspitzen anzuheben. Probiere den Knoten deshalb mit dem Hemd, das du anschließend tragen möchtest.
Eine geschmeidige, nicht zu dicke Krawatte erleichtert das Formen. Bei kräftigem Wollstoff oder einer dicken Einlage können die vielen Stofflagen einen sehr wuchtigen Knoten ergeben. Eine breitere Kragenöffnung allein löst dieses Problem nicht immer; ein kleinerer Knoten kann dann die bessere Wahl sein.
Zum Anzug wirkt der große Windsor klar und betont ordentlich. Ob er zu einer Hochzeit oder einem beruflichen Termin passt, hängt vom gewünschten Kleidungsstil und einer eventuell vorgegebenen Kleiderordnung ab. Ein größerer Knoten ist nicht automatisch die passendere oder elegantere Lösung.
So behebst du häufige Probleme
Die Krawatte ist nach dem Binden zu kurz
Öffne den Knoten und beginne mit einem längeren breiten Ende. Hängt die Spitze zu tief, starte entsprechend mit weniger Länge auf dieser Seite. Verändere jeweils nur die Ausgangslänge, damit du beim nächsten Versuch erkennst, welche Anpassung hilft. Bleibt trotz sinnvoller Verteilung zu wenig Stoff übrig, kommen eine längere Krawatte oder ein kleinerer Knoten infrage.
Der Knoten ist schief oder zu dick
Prüfe vor dem endgültigen Festziehen, ob die beiden seitlichen Wicklungen ähnlich straff liegen und der Stoff nicht verdreht ist. Ziehe einen schiefen Knoten nicht einfach immer fester. Lockere ihn und richte die Lagen aus. Bleibt er auch sauber gebunden zu voluminös, ändere die Kombination aus Krawatte und Knoten.
Die Vorderseite wirkt flach
Wenn du eine kleine Vertiefung unter dem Knoten möchtest, forme vor dem letzten Festziehen einen Dimple: Drücke die Mitte des breiten Endes leicht nach innen und führe die beiden Ränder etwas zusammen. Halte diese Falte beim Anziehen fest. Ein Dimple ist eine Gestaltungsfrage; der Windsor funktioniert auch mit einer glatten Vorderseite.
Doppelter Windsor oder halber Windsor?
Der halbe Windsor ergibt in der Regel einen kleineren Knoten und benötigt weniger Krawattenlänge. Er ist eine Alternative, wenn dir der volle Windsor zu kräftig erscheint. Der doppelte Windsor ist außerdem nicht dasselbe wie der doppelte Krawattenknoten mit einer zusätzlichen vorderen Wicklung. Der Name allein sagt daher noch nicht, welche Bindetechnik gemeint ist.
Beurteile das Ergebnis mit heruntergeklapptem Kragen und angezogenem Sakko: Stimmen Knotenbreite, Krawattenlänge und die Öffnung des Kragens zusammen, ist die passende Größe gefunden.
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